Polizei

Polizist:in werden mit 40, 45 oder 50: So realistisch ist der späte Einstieg bei der Stadtpolizei Zürich

Lange galt: Wer die 40 überschritten hat, braucht sich bei der Polizei nicht mehr zu bewerben. Diese Gewissheit ist Geschichte. Die Stadtpolizei Zürich hat ihre Altersobergrenze aufgehoben und öffnet den Beruf damit für eine ganze Generation von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern.

Was sich geändert hat

Seit Dezember 2023 kennt die Stadtpolizei Zürich keine Altersobergrenze mehr für Bewerbungen. Wer die übrigen Voraussetzungen erfüllt, kann sich theoretisch bis zum Pensionsalter bewerben. Auch die Stadtpolizei Winterthur hat ihre Limite gestrichen, und einzelne Kantonspolizeien wie Bern oder Luzern verzichten schon länger auf eine Obergrenze.

Eine wichtige Ausnahme bleibt: Die Kantonspolizei Zürich nimmt weiterhin nur Bewerbungen bis zum 40. Geburtstag entgegen. Wer in Zürich mit 45 oder 50 zur Polizei will, dem steht also die StaPo offen, nicht die KaPo. Verbindlich sind immer die aktuellen Ausschreibungen des jeweiligen Korps.

Wird das Angebot genutzt?

Ja, und zwar deutlich. Bereits im ersten halben Jahr nach der Öffnung bewarben sich bei der Stadtpolizei Zürich 21 Personen über 40, darunter auch Interessierte Mitte fünfzig. Rund die Hälfte davon blieb im Auswahlverfahren: eine Quote, die das Korps selbst als hoch einordnet. Der späte Einstieg ist also kein theoretisches Zugeständnis, sondern gelebte Praxis.

Der Realitätscheck: Der Test bleibt für alle gleich

So ehrlich muss man sein: Gefallen ist die Alterslimite, nicht die Anforderungen. Der diagnostische Eignungstest mit Aufsatz, Mathematik, logischem Denken und Merkfähigkeit gilt unverändert für alle. Dasselbe beim Sporttest mit Wendelauf, Klimmzügen und 3000-Meter-Lauf: Es gibt keine angepassten Normen für ältere Bewerbende.

Wer mit 45 antritt, misst sich also an denselben Massstäben wie jemand mit 25. Das ist die eigentliche Hürde, und zugleich eine planbare Aufgabe.

Wo ältere Bewerbende typischerweise stolpern

Drei Muster sehen wir in der Vorbereitung immer wieder. Erstens das Schulwissen: Bruchrechnen, Grammatik und Textproduktion liegen oft 20 bis 30 Jahre zurück und brauchen gezieltes Auffrischen. Zweitens die Merkfähigkeit: Sie wird im Eignungstest systematisch geprüft und lässt sich trainieren, aber nicht über Nacht. Drittens der Sporttest: Ab 40 braucht der Körper mehr Vorlauf, um die geforderten Werte sicher zu erreichen.

Wo sie klar im Vorteil sind

Dem stehen Stärken gegenüber, die Jüngere schlicht noch nicht haben können: Lebenserfahrung, souveräne Gesprächsführung, Stressresistenz und ein abgeschlossenes Berufsprofil. Genau diese Qualitäten zählen im Assessment und im Vorstellungsgespräch, also in jenen Phasen des Auswahlverfahrens, in denen es um den Menschen geht und nicht um die Formel.

Der Fahrplan: sechs Monate, drei Schritte

Bewährt hat sich ein Vorlauf von rund sechs Monaten. Erster Schritt: eine ehrliche Sporttest-Selbsteinschätzung, damit klar ist, wo Sie stehen. Zweiter Schritt: paralleles, gezieltes Auffrischen von Mathematik, Sprache und Merkfähigkeit, planbar neben Beruf und Familie. Dritter Schritt: Prüfungssimulation unter realen Bedingungen, damit am Testtag nichts überrascht.

In unserem Polizei-Vorbereitungskurs lernen Sie in Kleingruppen mit maximal 4 Teilnehmenden: Niemand geht im Tempo der 22-Jährigen unter, und 9 von 10 unserer Teilnehmenden bestehen die Aufnahmeprüfung beim ersten Versuch.*

Alle Fakten auf einen Blick

Welche Korps offen sind, was beim Test gleich bleibt und wie Sie die drei typischen Hürden nehmen: Das haben wir auf unserer neuen Übersichtsseite Polizist:in werden mit 40 plus zusammengefasst. Für den Einstieg empfehlen wir zudem die Seiten Voraussetzungen und Sporttest Zürich.

Haben Sie Fragen zu Ihrer persönlichen Ausgangslage? Rufen Sie uns an unter +41 44 241 17 17 oder starten Sie mit einem unverbindlichen Erstgespräch.

* Bezogen auf Teilnehmende, die den Kurs vollständig absolviert und ihr Prüfungsergebnis gemeldet haben (dokumentiert seit 2019).