Welcher Lerntyp bist du – und wie lernst du am besten für die Polizeiprüfung?
Bevor du Wochen in die Vorbereitung steckst, lohnt sich eine ehrliche Frage: Wie nimmt dein Kopf Wissen am leichtesten auf? Wer das weiss, lernt nicht härter, sondern klüger – und geht ruhiger in den Eignungstest. Diese Seite erklärt, was hinter den Lerntypen steckt, was die Forschung wirklich dazu sagt und wie du deinen eigenen Lern-Mix herausfindest.
Was sind Lerntypen?
Das bekannteste Modell stammt vom deutschen Systemforscher und Biochemiker Frederic Vester. In seinem Klassiker «Denken, Lernen, Vergessen» (1970er-Jahre) beschrieb er vier bevorzugte Wahrnehmungskanäle, über die Menschen neuen Stoff aufnehmen. Wichtig dabei: Vester selbst hat niemanden in eine einzige Schublade gesteckt. Kaum jemand ist ein reiner Einzeltyp – die meisten von uns lernen als Mischtyp über alle vier Kanäle, nur unterschiedlich stark.
Lernt über das Auge.
Lernt gut mit: Grafiken, Skizzen, Mindmaps, Farben und Übersichten.
Lernt über das Ohr.
Lernt gut mit: Vorlesen, Tonaufnahmen, Erklärungen und Merksätze.
Lernt im Dialog.
Lernt gut mit: Diskussion, Lerngruppe, Erklären und Frage-Antwort.
Lernt durch Tun.
Lernt gut mit: Ausprobieren, Bewegung, Handschrift und Lernkarten.
Die spannende Frage ist nicht «Welcher eine Typ bin ich?», sondern «Wie verteilen sich meine vier Kanäle?». Genau das zeigt dir die kostenlose Analyse gleich darunter – mit deinen Anteilen in Prozent.
Wie lernst du am besten?
Jeder Kopf nimmt Wissen anders auf – und fast niemand nur auf eine Weise. Diese Analyse zeigt dir nicht eine Schublade, sondern deine ganz persönliche Mischung aus vier Lernkanälen. Zwölf kurze Fragen, dann kennst du deine Anteile und bekommst einen Lernweg, der zu dir passt.
Dauer: rund 3 Minuten · keine Anmeldung nötig
Warum es sich lohnt, deinen Lerntyp zu kennen
Dein Lerntyp ist kein Urteil und keine Schublade – er ist ein Startpunkt. Er hilft dir, dein Lernen bewusster zu gestalten. Und genau diese Bewusstheit ist es, die nachweislich den Unterschied macht.
Du verstehst, warum dir manches leichtfällt und anderes Mühe macht – und kannst gezielt nachsteuern.
Ein Lernweg, der sich nach dir anfühlt, hält dich über Wochen dran. Genau das entscheidet bei der Vorbereitung.
Deine Zeit vor der Prüfung ist begrenzt. Wer seine Stärken kennt, investiert sie dort, wo sie am meisten bringen.
Das eigene Lernen zu beobachten und anzupassen (Metakognition) gilt als einer der am besten belegten Erfolgsfaktoren überhaupt.
Mythos und Wahrheit: Was die Forschung sagt
«Ich bin visueller Typ, also lerne ich nur mit Bildern – alles andere bringt nichts.»
Lernpräferenzen sind real. Aber die Annahme, dass reines Lernen im Lieblingskanal die Leistung steigert (die «Meshing-Hypothese»), liess sich in Studien nicht belegen – so der Forschungsstand seit Pashler et al. (2008), bestätigt von der American Psychological Association (2019).
Die gute Nachricht: Du musst dich nicht auf einen Kanal festlegen. Am stärksten lernst du, wenn du deinen Lieblingskanal als Einstieg nutzt, bewusst alle vier kombinierst und erprobte Methoden draufsetzt.
Was nachweislich wirkt: evidenzbasierte Lernmethoden
Unabhängig von deinem Lerntyp gibt es Methoden, deren Wirkung die Lernforschung immer wieder bestätigt. Diese fünf gehören in jede Polizei-Vorbereitung:
Frag dich selbst ab, statt Notizen nur nochmals zu lesen – etwa Matrizen-Regeln aus dem Kopf rekonstruieren. Jeder Abruf festigt stärker als reines Wiederholen.
Lieber täglich 30 bis 45 Minuten über Wochen als ein Marathon kurz vor dem Test. Die Pausen lassen das Gelernte sich setzen.
Deutsch, Mathematik und Logik im Wechsel statt blockweise. Das trainiert genau die Flexibilität, die der Eignungstest verlangt.
Zu Begriffen eine Skizze, zu Abläufen ein Diagramm. Zwei Kanäle gleichzeitig verankern besser als einer allein.
Erkläre einen Lösungsweg, als müsstest du ihn jemandem beibringen. Im Assessment und Interview zahlt sich das doppelt aus.
Und nicht zu vergessen: Schlaf ersetzt kein Lernen, verstärkt aber dessen Wirkung – das Gehirn festigt Gelerntes in der Nacht.
Wie finde ich meinen Lerntyp heraus?
Wann hast du etwas wirklich behalten – über ein Bild, eine Erklärung, ein Gespräch oder das praktische Tun?
Beobachte ein paar Lerneinheiten lang, was dir leichtfällt und was bremst.
Beantworte die zwölf Fragen oben. Sie übersetzt deine Antworten in ein klares Profil.
Das Kuchendiagramm zeigt, welcher Kanal überwiegt – und welche Anteile ebenfalls zu dir gehören.
Nutze deinen stärksten Kanal als Einstieg, kombiniere aber bewusst alle vier und ergänze erprobte Lerntechniken.
So arbeiten wir im Vorbereitungskurs damit
Bei Bildung und Entwicklung Schweiz lernst du live und in kleinen Gruppen von höchstens vier Personen. So sprechen wir mehrere Kanäle zugleich an – sehen, hören, sprechen, tun – und verbinden sie mit erprobten Lernmethoden und über 500 Übungen auf der Lernplattform. Dein Lerntyp zeigt uns, wo dein Einstieg liegt; der Rest ist gemeinsame Arbeit am Ziel.
Zum Polizei-VorbereitungskursHäufige Fragen zu Lerntypen
Quellen zur Einordnung: Pashler, McDaniel, Rohrer & Bjork (2008), «Learning Styles: Concepts and Evidence»; American Psychological Association (2019); Frederic Vester, «Denken, Lernen, Vergessen».
